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Awareness-Konzept

Awareness – Was ist das?

to be aware = sich bewusst sein, sich informieren, für gewisse Problematiken sensibilisiert sein
Awareness ist ein Konzept, welches sich mit Problematiken von körperlichen und psychischen Missachtungen von persönlichen Grenzen bis hin zu Gewalt beschäftigt.

Wieso Awareness?

Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, auf seine Mitmenschen achtzugeben und ihre Grenzen zu respektieren und einzuhalten, wo auch immer diese liegen mögen. Leider sieht die Realität manchmal anders aus. Insbesondere auf Partys und Festivals kommt es häufig zu grenzverletzendem, unangemessenem oder diskriminierendem Verhalten anderer Besucher*innen.

Wieso ist das so? In solchen und ähnlichen Zusammenhängen treffen viele Menschen mit unterschiedlichen Lebensausrichtungen, Erfahrungen, Geschichten und persönlichen Grenzen aufeinander. Vorstellungen davon, wo bestimmte Grenzen im Umgang miteinander liegen oder liegen sollten, können stark abweichen. Hinzu kommt, dass durch Alkohol und andere psycho-aktive Substanzen die eigene Hemmschwelle verschwimmen oder sogar verschwinden kann. Wenn von Awareness gesprochen wird, ist es wichtig zu verstehen, dass jeder Mensch selbst bestimmt, wo seine*ihre emotionalen und körperlichen Grenzen liegen und dass genau das auch völlig in Ordnung ist. Damit sich dabei alle wohl fühlen, ist es erforderlich, dass wir uns unserer eigenen Position bewusst und offen für die Positionen anderer sind. Uns geht es darum, ein Bewusstsein dafür zu schaffen und einen transparenten und respektvollen Umgang miteinander und füreinander zu ermöglichen. Dieses Bewusstmachen ist Teil unseres Awareness-Konzept, welches sich gegen jede Form von Grenzverletzung, Gewalt und Diskriminierung durch sexistische, rassistische, homophobe, transphobe oder jegliche andere Art menschenverachtender Haltungen, Handlungen und Äußerungen stellt. Diese werden nicht toleriert, es wird dagegen gehandelt und Betroffene bekommen Ansprechpartner*innen und werden unterstützt.

Awareness und Privilegien

Oft merken wir es gar nicht, wenn wir Andere unfair oder unreflektiert behandeln. Das liegt meist daran, dass wir uns der eigenen so genannten Privilegien – Hautfarbe, Begehren, geschlechtliche Identität, Alter, körperliche Einschränkungen, Geld usw. – nicht bewusst sind. Und deshalb die gegebenenfalls andere (gesellschaftliche) Position unseres Gegenübers ebenfalls nicht bewusst haben und erkennen. Dadurch kommt es vor, dass Personen unsensibel auftreten und handeln können. Bitte seid Euch also im Umgang miteinander Eurer Privilegien bewusst.

Awareness und Konsens

Konsens bedeutet, dass Handlungen und Gespräche nur im gegenseitigen Einverständnis stattfinden. Achtet bitte darauf, ob Euer Gegenüber Euch (auch nonverbal) signalisiert, ob er*sie mit Euch sprechen oder interagieren möchte. Generell gilt, nur ein JA ist ein JA.

Awareness beim BNO!

Awareness bedeutet für uns primär, dass wir keinerlei Übergriffe oder diskriminierendes Verhalten dulden werden. Wir bitten Euch alle, unser Awareness-Konzept zu unterstützen und umzusetzen. Im Sinne von Empowerment versuchen wir, Betroffene darin zu stärken, eigene Handlungsstrategien zu entwickeln, die es ihnen ermöglichen, sich die Situation wieder anzueignen. Es geht darum, das Gefühl von Ohnmacht und Ausgeliefertsein zu überwinden und dass persönliche Grenzen – egal, wo sie liegen – völlig okay sind.
Wir wollen unser Bestes dafür geben, dass sich alle auf dem BNO wohl fühlen, nicht diskriminiert oder in ihren persönlichen Grenzen verletzt werden.

Wichtig ist hier besonders: Ob eine Grenzüberschreitung stattgefunden hat oder nicht, entscheidet die betroffene Person selbst. Wir stellen also nicht in Frage, dass die Person eine Situation erlebt hat, in der ihre Grenze überschritten wurde. Wir setzen die Definitionsmacht aber auch nicht mit Handlungsmacht über andere gleich.

Was bedeutet das für uns alle?

Awareness sollte nicht nur Aufgabe des Awareness-Teams sein.
Wir erwarten von Euch, den Festivalteilnehmer*innen des BNO, dass Ihr aufmerksam seid: Achtet auf Eure Grenzen und die der anderen und arbeitet mit uns gemeinsam daran einen diskriminierungsfreien sozialen Raum zu schaffen.

Was tun, wenn etwas passiert?

Grenzüberschreitungen werden individuell von den Betroffenen definiert. Manche Vorfälle führen dazu, dass sich Menschen angegriffen, missachtet, diskriminiert, verletzt, herabgewürdigt oder überfordert fühlen. Falls Ihr von grenzüberschreitendem Verhalten betroffen seid (oder dieses beobachtet), möchten wir Euch in erster Linie darin bestärken, dass Ihr Eure Grenzen klar aufzeigt und Eurem Gegenüber kommuniziert, was Ihr wollt oder eben gerade auch nicht.

Falls Ihr Euch selbst nicht in der Lage fühlt, einer Person Eure Grenzen zu formulieren und unterstützt werden wollt, dann meldet Euch bitte bei einem Mitglied der BNO-Crew (erkennbar an den Crew-Shirts). Mit der Frage „Wo ist der Flamingo?“ wendet Ihr euch diskret an uns, wenn Ihr wollt, dass wir mit Euch ein paar Schritte aus der Situation herausgehen. Wir bieten Betroffenen die Möglichkeit, sich an einen sicheren Ort zurückzuziehen, an dem das Erleben der Situation nicht in Frage gestellt oder kritisiert wird.

Awareness und Alkohol bzw. Drogen

Awareness bedeutet Achtsamkeit. Neben dem achtsamen Umgang mit anderen Menschen beinhaltet das Awarenesskonzept für uns auch den achtsamen Umgang mit sich selbst. Das heißt: Achte auf deine eigenen Bedürfnisse und Grenzen. Kenne und kommuniziere diese. Dazu gehört auch ein verantwortungsvoller Umgang mit Rauschmitteln inkl. Alkohol.

Emanzipation bedeutet für uns auch, selbst über sein Leben zu bestimmen und nicht einer Substanz die Kontrolle über den eigenen Körper oder sein Verhalten zu überlassen.

Achte auf dich selbst und andere. Falls jemand Hilfe benötigt, dann hilf oder hole Hilfe.
Grundsätzlich gilt: Der Konsum von enthemmenden Substanzen ist keine Entschuldigung für übergriffiges oder grenzüberschreitendes Verhalten.

Awareness und Müll

Bitte entsorge deinen Müll in die vorhandenen Behälter bzw. Mülltonnen. Das gilt sowohl für den Campingplatz, als auch für das Festivalgelände. Wir wollen nicht in Müllbergen feiern und würden das Gelände gern mit so wenig Aufwand wie nötig so zurückgeben, wie wir es vorgefunden haben.